Kolloquium
 
Dienstag, 25. Mai - Freitag, 28. Mai Erinnern und Erzählen. Der Spanische Bürgerkrieg in der faschistischen deutsch- und spanischsprachigen Literatur.
Organisation: Dr. Bettina Bannasch, Dr. Christiane Holm
Erinnern und Erzählen. Der Spanische Bürgerkrieg in der faschistischen deutsch- und spanischsprachigen Literatur.
Ort: Gästehaus der Universität, Rathenaustr. 24a
Veranstalter: Sonderforschungsbereich Erinnerungskulturen

Tagungskonzept


Die aktuelle spanische Diskussion um die franquistische Vergangenheit , die in den letzten Jahren in Gang gekommen ist, wird von der deutschen Öffentlichkeit nicht zufällig so genau verfolgt. Die deutsche und die spanische Auseinandersetzung mit dem Faschismus richtet sich - wenn auch unter gänzlich anderen Vorzeichen - gleichermaßen auf die Frage nach dem Verhältnis von Opfern und Tätern im eigenen Land und sie ist gleichermaßen geprägt von dem Bemühen um die letzten Zeitzeugen. Diese Erinnerungsinteressen kreuzen sich in der Erforschung des Spanischen Bürgerkrieges als einem Stück gesamteuropäischer Geschichte, in dem im Rahmen der Internationalen Brigaden einerseits und der militärischen Unterstützung Francos durch deutsche und italienische Faschisten andererseits immer auch die Situation des eigenen Landes mitverhandelt wurde. Mit diesen Erinnerungsinteressen einher geht neuerdings auch eine Aufmerksamkeit auf fiktionale Aneignungen und mediale Repräsentationen des Spanischen Bürgerkrieges von den Kriegstagen bis heute.

Die Tagung ist als eine Komplementärveranstaltung konzipiert, die die Arbeit eines Kolloquiums zur antifaschistischen deutsch- und spanischsprachigen Erzählliteratur zum Spanischen Bürgerkrieg fortsetzt, das von den Erasmus-Partneruniversitäten Gießen und Barcelona im Herbst 2003 in Spanien veranstaltet wurde. Wie bereits das vorausgegangene Kolloquium widmet sich auch die Tagung weniger der Erforschung des geschichtlichen Verlaufes des Spanischen Bürgerkrieges als vielmehr dessen medialen Auf-bereitungen, die sich ihrem Selbstverständnis nach durchaus als angemessenere Form der Geschichts-schreibung präsentieren. Die Verschränkung von Darstellungsstrategien und Erinnerungspolitik in den Bürgerkriegs-Romanen faschistischer Autoren wird auf dem Hintergrund der antifaschistischen Literatur zu diskutieren sein.

Programm

Dienstag, 25.05.2004

16.30 Begrüßung und Einführung:
Bettina Bannasch, Christiane Holm, Javier Orduña

Geschichtsschreibung und Literatur


Moderation: Janine Hauthal und Stefan Deines

17.00-17.30 Walter L. Bernecker (Erlangen)
Demokratisierung und Vergangenheitsaufarbeitung in Spanien

17.30-18.00 Jürgen Reulecke (Gießen)
Kriegserfahrung, Erinnerung und Generationalität

18.00-19.00 Diskussion

19.00-19.30 Kaffeepause

Einführung und Moderation: Rowena Sandner

19.30-20.30 Filmvorführung mit Diskussion:
José Luis Sáenz de Heredia/ Jaime de Andrade [Francisco Franco]: Raza.

Mittwoch, 26.5.2004

Erinnern und Erzählen


Moderation: Guy Simonow und Anna Ananieva

9.30-10.00 Ansgar Nünning (Gießen)
Literarische Geschichtsdarstellung:
Theoretische Grundlagen, fiktionale Privilegien, Gattungstypologie

10.00-10.30 Astrid Erll (Gießen)
Kriegserfahrung und literarische Gestaltung: Zum Zusammenhang von Zeugenschaft und kulturellen Paradigmen

10.30-11.30 Diskussion

11.30-12.00 Kaffeepause

Deutsche Erzählliteratur und Hörspiel


Moderation: Marion Gymnich, Loreto Vilar und Maria Eugenia de la Torre

12.00-12.30 Ansgar Warner (Gießen)
"Die Helden von Toledo" - Der Spanische Bürgerkrieg im NS- Rundfunk am Beispiel von Roland Strunks Hörspiel "Alkazar"

12.30-13.00 Diskussion

13.00-15.00 Mittagspause

15.00-15.30 Georg Pichler (Madrid)
Die Verteidigung des Alcázar in Toledo - die Schaffung eines Mythos

15.30-16.00 Thomas F. Schneider (Osnabrück)
Deutsche auf der Flucht. Nationalsozialistische fiktionale Literatur zum Spanischen Bürgerkrieg

16.00-17.00 Diskussion

17.00-17.30 Kaffeepause

Spanische Erzählliteratur


Moderation: Marta Panadés und Ilka Häderle

17.30-18.00 Regine Schmolling (Bremen)
Der Kreuzzug gegen das republikani sche Anti-Spanien: Mythenbildung in den Bürgerkriegsromanen der Sieger

18.00-18.30 Mechthild Albert (Saarbrücken)
Der Kampf um die ‚Heimatfront' - Sentimentalität und Ideologie im faschistischen Bürgerkriegsroman

18.00-19.00 Diskussion

Donnerstag, 27.5.2004

Workshops

Einführung und Moderation: Bettina Bannasch, Christiane Holm, Elisabeth Suntrup

9.30-12.00 Augustín de Foxá Sturm über Madrid und Hans Roselieb Blutender Sommer

12.00-12.30 Kaffeepause

Einführung und Moderation: Frank Schulze

12.30-13.30 Erich Hackl Entwurf einer Liebe auf den ersten Blick

Freitag, 28.5.2004


Abschlußsitzung zum Arbeitsbuch

9.30-11.30 Kurzvorträge

Verena Roth/ Glòria Boix: Ana Maria Matute Los mercaderes
Germán Garrido: Juan Benet Herrumbrossas lanzas
Ariadna Soler: Rosa Montero La hija del caníbal

11.30-12.00 Kaffeepause

12.00-13.00 Abschlußdiskussion